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Schuppen: wenn die Kopfhaut rebelliert

 

Schuppen sind unangenehm. Ein Großteil der Erwachsenen hat mit Schuppen zu kämpfen. Anti-Schuppen-Shampoos helfen, doch leider nicht immer. Höchste Zeit, den Kopfschuppen auf die Spur zu gehen!

Was sind Schuppen?

Zuerst eine beruhigende Information: Jeder Mensch hat Schuppen. Denn unsere Kopfhaut erneuert sich alle 28 Tage und wirft dabei tagtäglich abgestorbene Hautschüppchen von sich. Dabei wandern Hautzellen von tieferen in obere Hautschichten und werden an der Oberfläche abgestoßen. Oftmals sind sie aber so klein, dass man sie nicht bemerkt. Erfolgt dieser Erneuerungsprozess der Haut beispielsweise zu schnell, verkleben die Hautzellen und werden als Schuppen sichtbar.

Trockene oder fettige Schuppen?

Je nach Auslöser unterscheidet man trockene Schuppen, die als kleine, helle Hautschüppchen vom Kopf auf die Schultern rieseln und häufig ein Hinweis für trockene Kopfhaut sind, und, wenn die Haut zu viel Fett (Talg) bildet, größere, fettige Schuppen, die ölig-gelb schimmern und am Kopf haften bleiben. Bei fettigen Schuppen treten oft auch eine entzündete Kopfhaut oder Juckreiz mit auf. Nicht immer sind Kopfschuppen ein rein kosmetisches Problem, sie können auch Symptom von Hauterkrankungen (z. B. Ekzeme, Schuppenflechte) sein.

Mögliche Ursachen für Schuppen

Auslöser der schnelleren Hautneubildung ist ein Mikroorganismus, ein Hefepilz namens Malassezia globosa. Dieser Pilz kommt in geringen Mengen als normaler Bewohner unserer Haut und Kopfhaut vor. Da sich der Pilz besonders gut von dem Talg ernährt, das unsere Talgdrüsen abgeben, kommt es bei verstärkter Talgbildung oftmals zu einer starken Vermehrung des Pilzes. Dies kann zu weiteren Reizungen führen. Die Haut beginnt als Abwehrreaktion mehr neue Hautzellen als gewöhnlich zu bilden, um die gefährdenden Einflüsse vom Körper schnell abzustoßen, und so entstehen Schuppen. Mögliche Ursachen für eine vermehrte Schuppenbildung der Haut und Kopfhaut sind daher:

  • Pilzerkrankungen der Kopfhaut
  • reizende Haarpflege (häufige Haarwäsche, aggressive Shampoos, heißes Föhnen)
  • Klima (z. B. Kälte, Heizungsluft im Winter oder Sonnenstrahlung, Hitze im Sommer)
  • hormonelle Veränderung (Pubertät, Wechseljahre)
  • erbliche Veranlagung
  • Stress
  • falsche Ernährung
  • Schuppenflechte
  • Neurodermitis

 

 

Wann zum Arzt bei Schuppen – Diagnose

Wenn Shampoos ergebnislos sind und Beschwerden über einen längeren Zeitraum auftreten oder immer wiederkehren, ist es ratsam, einen Arzt oder Apotheker aufzusuchen. Oftmals sind die Merkmale der Schuppen eindeutig, sodass mit einigen gezielten Fragen und der Untersuchung der Kopfhaut schnell eine Diagnose vom Arzt gestellt werden kann. Unter Umständen sind in Abhängigkeit der Ursache weitere Untersuchungen (z. B. Allergietest, Blutuntersuchung, Erregernachweis) erforderlich.

Schuppen behandeln: Was hilft?

Wenn Schuppen Begleiterscheinung einer Hauterkrankung sind, sollte diese im Zentrum der Therapie stehen. Für die Wirksamkeit eines Mittels gegen Schuppen sind Ursache und Stärke der Schuppenbildung entscheidend. Bei einfachen Schuppen kann der kurzzeitige Einsatz von kosmetischen Anti-Schuppen-Shampoos helfen, die Schuppen in den Griff zu bekommen oder zeitweise eine Linderung zu schaffen. Oftmals wollen die Erreger allerdings ihr Revier zurückerobern, und Schuppen treten erneut auf. Um schuppender Kopfhaut langfristig entgegenzuwirken, eignen sich medizinische Shampoos,z. B. mit dem Wirkstoff-Klassiker Ketoconazol.

• Ketoconazol bekämpft die Ursache von Schuppen, die Pilzerkrankung
• Kann als Kur über einen begrenzten Zeitraum von zwei bis vier Wochen oder als Prophylaxe alle ein bis zwei Wochen angewendet werden

Bei sehr hartnäckigen Schuppen in Kombination mit stark entzündeter Kopfhaut kann der Einsatz von kortisonhaltigen Lösungen sinnvoll sein.

 

Tipps gegen Schuppen

  1. Die Haare nicht heiß waschen oder föhnen. Besser die nassen Haare an der Luft trocknen lassen und nicht zu stark trocken rubbeln. Ist dies aus Zeitgründen nicht möglich, sollte mit genügend Abstand zur Kopfhaut geföhnt werden.
  2. Die Verwendung von milden Shampoos und wenig zusätzlichen Haarpflegeprodukten hält die Kopfhaut eher in Balance.
  3. Auch wenn die Kopfhaut juckt, empfiehlt es sich, nicht zu kratzen.
  4. Ständiges Tragen von Mützen oder Baseballcaps sollte vermieden werden, da die Kopfhaut Luft benötigt.
  5. Eine ausgewogene Ernährung stärkt den Körper und kann der Schuppenbildung vorbeugen.

 

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