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Osteoporose gezielt behandeln

Jede Behandlung einer Osteoporose verläuft anders. Entscheidend ist der gesamte gesundheitliche Zustand des Patienten. Der Arzt entscheidet über die gezielte Therapie nach Absprache mit dem Erkrankten. Mediziner setzen auf unterschiedliche Ansätze. Sie schließen nicht-medikamentöse und medikamentöse Behandlungen ein.

Bei sogenannter „sekundärer Osteoporose“ als Folge einer anderen Erkrankung (zum Beispiel einer Schilddrüsenüberfunktion) behandelt der Arzt diese Grunderkrankung. Möglicherweise haben bestimmte Medikamente die sekundäre Osteoporose ausgelöst. Dann wird der Arzt in der Regel auf Medikamente umsteigen, die die Knochendichte nicht negativ beeinflussen.

 

 

Nicht-medikamentöse Behandlung von Osteoporose

Was jeder Patient selbst für sich und seinen Körper bei Osteoporose tun kann: ausreichende Bewegung und richtige Ernährung. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Stürzen vorzubeugen.

Unterstützend oder zur Linderung von Schmerzen können physikalische Maßnahmen helfen. Dazu gehören Kälte- oder Wärmebehandlungen, Massagen und Akupunktur.

Medikamentöse Behandlung von Osteoporose

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Wirkstoffe gegen Osteoporose. Welcher Wirkstoff für einen Patienten in Frage kommt, hängt vom Einzelfall ab, zum Beispiel vom Grad der Erkrankung und der Krankengeschichte.

Die Wirkstoffe gegen Osteoporose sollen meist helfen, den Knochen aufzubauen beziehungsweise seinen Abbau zu stoppen. Damit lassen sich in der Regel auf lange Sicht Verformungen und Brüche verhindern. Die Einnahme der Medikamente dauert üblicherweise zwischen drei und fünf Jahre. Zu den meistgebräuchlichen Wirkstoffen beziehungswiese Wirkstoffgruppen zählen:

  • Bisphosphonate: Bisphosphonate sollen den Knochenabbau verhindern beziehungsweise stoppen und die noch vorhandene Knochenmasse festigen. Der Patient erhält sie als Tablette, als Spritze oder über Infusionen.
  • Receptor Activator of Nuclear Factor Kappa B Ligand (RANKL) (bspw. Denosumab): Der Wirkstoff hemmt den Knochenabbau. Denosumab wird zweimal pro Jahr unter die Haut gespritzt.
  • Parathormone (Teriparatid): Der Teriparatidwirkstoff ist identisch mit dem körpereigenen Hormon Parathormon. Es handelt sich hierbei um die fortschrittlichste Behandlungsmethode, da sie nicht nur den Knochenschwund verlangsamt, sondern gleichzeitig auch die Knochenbildung fördert. Dadurch ermöglicht sie die Entwicklung neuer Knochenstrukturen. Die Anwendung erfolgt einmal täglich in Form einer Injektion.

 

  • Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren (SERM): SERM sollen die Anfälligkeit für Brüche (Frakturen) vermindern. Sie sind für Frauen mit Osteoporose in den Wechseljahren gedacht. Zwei davon sind Raloxifen und Basedoxifen, die unter anderem den Knochenabbau hemmen.
  • Strontiumranelat: Strontium lagert sich vor allem in neu gebildeten Knochen ein. Strontiumranelate (in der Regel in Pulverform) sind für Patienten mit schwerer Osteoporose und mit hohem Frakturrisiko gedacht; besonders für Frauen am Ende der Wechseljahre beziehungsweise danach und erwachsene Männer, für die andere Osteoporose-Medikamente nicht infrage kommen.

Bei den meisten Medikamenten gegen Osteoporose empfiehlt der Arzt, zusätzlich Kalzium und Vitamin D, manchmal auch Fluoride, einzunehmen.

  • Kalzium: Kalzium stärkt den Knochen. Dem Körper sollte Kalzium durch vollwertige Ernährung zugeführt werden. Ansonsten können Nahrungsergänzungsmittel helfen.
  • Vitamin D: Vitamin D lässt den Körper Kalzium aufnehmen und in die Knochen einbauen. Hier gilt dasselbe wie beim Kalzium – der Körper sollte es durch vollwertige Ernährung bekommen. Ansonsten helfen möglicherweise Nahrungsergänzungsmittel.
  • Fluoride: Sie vermehren die Knochenmasse.

Vielfach kommen weitere Medikamente zum Einsatz, etwa gegen akute Schmerzen oder zur Muskelentspannung, sogenannte „Muskelrelaxanzien“. Auch Kortison ist möglicherweise eine Option. Bei manchen Frauen können Östrogene und Gestagene helfen, die weiblichen Sexualhormone.

 

Operation bei Osteoporose

Bei Patienten mit schweren Wirbelkörperbrüchen kann eine Operation an der Wirbelsäule Linderung verschaffen. Manche Erkrankte erhalten nach einem Oberschenkelhalsbruch ein künstliches Hüftgelenk.

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