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Sicher unterwegs mit Helm



Kinder sollten beim Fahrradfahren einen Helm tragen. Stimmt. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Eigentlich sollte es heißen: Jeder Zweiradfahrer sollte einen Helm tragen. Radfahrer, die in einen Unfall verwickelt werden, erleiden nicht selten Kopfverletzungen. Bei einer Sturzhöhe von mindestens einem Meter kaum verwunderlich. Zumal man mit dem Drahtesel meist auf asphaltierten oder gepflasterten Strecken unterwegs ist. Dabei könnten schwere Hirnverletzungen durch das Tragen eines Kopfschutzes verhindert werden.


Der Helm: notwendiges Übel oder modisches Statement?


Immerhin, während vor 15 bis 20 Jahren Fahrradhelme noch kein Thema waren, tragen heute drei Viertel der Kinder von sechs bis zehn Jahren Helm. Und der sieht auch nicht mehr aus wie ein aufgeschnittener Tennisball – unförmig und mit gelbem oder pinkfarbenem Filz bezogen –, sondern geht fast schon als ein modisches Accessoire durch. Für Kinder ist das kein unwichtiger Faktor. Einen Helm in der Lieblingsfarbe oder mit einem lustigen Motiv werden gerade jüngere Kinder mit Sicherheit lieber tragen. Bei Älteren ist es dann eher entscheidend, dass die Kopfbedeckung nicht uncool aussieht. Viele Experten raten dazu, dem Kind beim Kauf des Fahrradhelms ein Mitspracherecht einzuräumen. Wer seinem Nachwuchs nicht völlig freie Hand lassen möchte, kann – etwa nach Testergebnissen – eine Vorauswahl treffen

Mag ich nicht, gilt nicht

Neben optischen Argumenten sind kleine Fahrradfahrer natürlich auch für rationale Begründungen empfänglich, wenn sie kindgerecht sind. So kann etwa ein Vergleich mit einer bereits erlittenen Beule gut herangezogen werden, um den Nutzen eines Helms zu erklären. Noch anschaulicher ist der Melonentest. Dazu einfach eine Melone einmal mit und einmal ohne Helm aus einem Meter Höhe auf den Boden fallen lassen. Das zeigt auch kleineren Kindern sehr deutlich, wie gut ein Helm bei einem Sturz schützt. Außerdem sollten Eltern betonen, dass der Helm eine normale Sicherheitsmaßnahme ist, wie das Anschnallen im Auto. Aber was nützt das alles, wenn die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten nicht mit gutem Beispiel vorangehen? Noch immer trägt nur jeder fünfte Erwachsene selbst einen Fahrradhelm. Schutzhüllen für das Smartphone kommen wahrscheinlich deutlich häufiger zum Einsatz. Doch Regeln, die allein für das Kind gelten, verlieren an Glaubwürdigkeit. Zumal die meisten Erwachsenen auch kein besseres Argument haben als eine wortreichere Variation des kindlichen „Mag ich nicht“.




Wichtige Infos zu Fahrradhelmen für Kinder

  1. Richtiger Sitz: Den Helm waagerecht aufsetzen und das Feststellrad (befindet sich normalerweise am Hinterkopf) drehen. Der Helm sollte fest auf dem Kopf des Kindes sitzen, aber nicht drücken.

  2. Schütteltest: Der Helm sollte auch dann am Kopf bleiben, wenn er nur mit dem hinteren Feststellrad fixiert ist und Dein Kind den Kopf kräftig schüttelt.

  3. Prüf regelmäßig die korrekte Einstellung der Helmgurte und passe diese wenn nötig an. Das gilt vor allem, wenn Dein Kind unter dem Helm eine Mütze trägt (z. B. im Winter).

  4. Achte beim Kauf auf das Herstellungsdatum in der Schale. Wichtig: Auch ohne größeren Sturz sollten Helme nach etwa drei bis fünf Jahren ausgetauscht werden. Das Material altert und wird brüchig.

  5. Achte darauf, dass der Helm anerkannte, vom Hersteller unabhängig verliehene Prüfsiegel aufweist.

  6. Dein Kind sollte den Helm nur beim Radfahren, Inlineskaten oder bei ähnlichen Sportarten tragen. Beim Spielen an Spielgeräten besteht Verletzungsgefahr durch Hängenbleiben.


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