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Die Wechseljahre: Umbruchstimmung



Schweißausbrüche, schlechte Stimmung, Schlafstörungen: Die Wechseljahre haben im Frauendasein wahrlich keinen guten Stand.
In Wahrheit kommen mehr Frauen ohne größere Beschwerden durchs Klimakterium, als man denkt. Sicher ist: In den Wechseljahren verändert sich der weibliche Körper. Wer sich auf die Veränderung einstellt, ist klar im Vorteil. Was passiert eigentlich während der Wechseljahre? Ein halbes Leben begleitet das Auf und Ab der Hormone das Leben einer Frau. Östrogen und Progesteron heißen die beiden Hauptdarsteller im weiblichen Zyklus, die beide von den Eizellen produziert werden und von denen es nur einen begrenzten Vorrat gibt. Je stärker er abnimmt, desto weniger Östrogen und Progesteron schwimmen im Blut. Und das macht sich im ganzen Körper bemerkbar. Östrogen fördert zum Beispiel die Wassereinlagerung im Gewebe. Fällt der Östrogenspiegel, verliert die Haut an Elastizität. Außerdem verkleinern sich Gebärmutter und Brüste samt Milchdrüsen. Die Schleimhäute neigen zum Austrocknen, was sich als Scheidentrockenheit oder erhöhte Anfälligkeit für Bindehautentzündungen bemerkbar machen kann. Daneben kommt eine Reihe ganz normaler Alterungsprozesse zum Tragen, die zusammen mit der Hormonveränderung für einen gründlichen Umbruch sorgen. Betroffen sind davon Knochen, Gelenke, Muskeln und Blutgefäße.

Der Beckenboden kann erschlaffen, was Inkontinenz begünstigen kann. Das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) nimmt zu, ebenso die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt. Fettpölsterchen lagern sich jetzt eher am Bauch an als an Po und Oberschenkeln. Und: Frauen verbrauchen jetzt weniger Energie, müssen also entweder die Kalorienzufuhr drosseln oder sich mehr bewegen, um größere Gewichtszunahmen zu vermeiden. Zusätzlich zu den biologischen Veränderungen können weitere Erscheinungen den Abschied aus der fruchtbaren Phase begleiten. Neben den berüchtigten Hitzewallungen gehören dazu Schlafstörungen, Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit, Depressionen, nachlassende Gedächtnisleistung und Sexualstörungen. Diese Belastungen müssen nicht zwangsläufig auftauchen. Wie viele Frauen allerdings tatsächlich Wechseljahrbeschwerden plagen, darüber streiten die Gelehrten: Je nach Autor schwanken die Angaben zwischen 20 und 60 Prozent – was vermutlich daher rührt, dass jede Frau anders tickt. So leidet eine Frau stark unter ihren Hitzewallungen, während eine andere sie nur als lästige Schwitzanfälle betrachtet.





Wege durch die Wechseljahre

Dennoch spricht nichts dagegen, sich den Weg durch die Wechseljahre so einfach wie möglich zu machen. Sport, wie Joggen, Nordic Walking oder moderates Fitnesstraining, gilt als beste „Therapie“ gegen alle ungeliebten Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Weil Bewegung den Körper dabei unterstützt, Temperaturunterschiede auszugleichen, verlieren Hitzewallungen an Wucht. Auch das Risiko von Osteoporose lässt sich durch sportliche Aktivität niedrig halten. Yoga und andere Entspannungstechniken haben ebenfalls eine ausgleichende Wirkung auf die Veränderungen im Körper. Nicht zuletzt lässt sich über die Ernährung die Umbruchstimmung des Körpers sanft mildern. Wenn es nicht anders geht, können niedrig dosierte Hormonpräparate für eine überschaubare Zeit eine gute Lösung bieten. Ziel einer Hormontherapie sollte in jedem Fall sein, die Begleiterscheinungen zu mildern und sie nicht völlig zu unterdrücken. Denn was immer auch passiert, die Wechseljahre sind keine krankhafte Hormonstörung, die man behandeln muss, sondern ein völlig natürlicher Vorgang im Leben jeder Frau. Und die bleibt auch ohne den Einfluss der Östrogene in jedem Fall eines: unbeschreiblich weiblich.

Bin ich schon in den Wechseljahren?

Manche Frauen beobachten erste Vorboten der Wechseljahre bereits mit Ende dreißig, bei anderen setzen die ersten Veränderungen mit Mitte vierzig ein. Diese Beobachtungen und Anzeichen können ein Hinweis auf die Wechseljahre sein. Genau abklären lässt sich das mit Deinem Arzt.

  • Hat sich der Menstruationszyklus verändert? (Nur Frauen, die nicht mit Pille verhüten)
  • Schläfst Du in letzter Zeit schlechter als früher?
  • Hast Du nachts oder tagsüber plötzliche Schwitzanfälle?
  • Wird Dir manchmal aus heiterem Himmel schwindelig?
  • Bist Du in letzter Zeit reizbarer als sonst?
  • Durchlebst Du größere Stimmungsschwankungen, als Du bislang von Dir gewohnt bist?
  • Fühlst Du öfter eine innere Unruhe?
  • Fühlst Du Dich häufig grundlos erschöpft?
  • Fühlst Du Dich ungewohnt antriebslos?


3 Ernährungstipps in den Wechseljahren

  • Kalziumreiche Ernährung beugt Osteoporose vor: Deshalb öfter Milchprodukte, Mineralwasser und grünes Gemüse auf den Teller bringen!

  • Bei Hitzewallungen sollten Alkohol, Kaffee und scharfe Gewürze gemieden werden: Sie erweitern die Blutgefäße und verstärken das Schwitzen.

  • Hin und wieder kannst Du auch Sojaprodukte wie Tofu auf den Speiseplan setzen. Sie enthalten sogenannte Phytohormone, die im Körper wie Östrogene wirken. Größere Mengen Soja oder Nahrungsergänzungsmittel mit Flavonoiden sollten allerdings nur in Absprache mit dem Frauenarzt eingenommen werden.

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